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17.12.19 - 10:01 Uhr

Vonovia muss tatsächliche Betriebs- und Modernisierungskosten offenlegen und belegen

Vollständige Transparenz notwendig – Behinderung effektiver Mietervereinsarbeit völlig unakzeptabel


(dmb) „Vonovia muss endlich die Karten auf den Tisch legen und vollständige Transparenz hinsichtlich der Entstehung und der tatsächlichen Höhe der abgerechneten Betriebs- und Modernisierungskosten schaffen. Mieter haben das Recht, Abrechnungen und Mieterhöhungen auf Herz und Nieren zu prüfen. Dazu gehört insbesondere die Prüfung der entsprechenden Belege, das heißt der zugrundeliegenden Rechnungen und Verträge“, forderte der Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes (DMB), Ulrich Ropertz. „Ein unübersichtliches Firmengeflecht bei Deutschlands größtem Vermieter, konzern-interne Rechnungsstellungen, Kostenpauschalen usw. machen es für den ‚normalen Mieter‘ unmöglich und selbst für die Experten des Mietervereins extrem aufwändig, die notwendige Belegprüfung vorzunehmen. Völlig unakzeptabel ist es, wenn Vonovia jetzt – wie in Witten geschehen – versucht, eine effektive Mietervereinsarbeit zu behindern, und einem Berater des Mietervereins ‚Hausverbot‘ erteilt und ankündigt, keine Korrespondenz mehr mit ihm führen zu wollen.“

Neben den Vonovia-Vermietungsgesellschaften gibt es Vonovia-Servicegesellschaften, wie die Vonovia Kundenservice GmbH, die Vonovia Immobilien Service GmbH (Hausmeister), die Vonovia Wohnumfeld Service GmbH (Gartenpflege) oder die Deutsche TGS GmbH. Im Zuge von Modernisierungsmaßnahmen tauchen Rechnungen der Vonovia Modernisierungs GmbH auf, genauso wie Rechnungen der Vonovia Engineering GmbH. Und dann gibt es noch die Vonovia Operations GmbH.
Soweit zum Vonovia-Konzern gehörenden Gesellschaften zum Beispiel Hausmeister- oder Gartenpflegearbeiten übernehmen, werden die Kosten ganz oder teilweise innerhalb des Konzerns von einer Vonovia-Firma an die andere Vonovia-Firma berechnet. Ähnlich ist die Situation bei Modernisierungen. Die Rechnungen für die Kosten der baulichen Modernisierungsmaßnahmen, die Grundlage für die Mieterhöhungen sind, werden von diversen Vonovia-Servicegesellschaften erstellt. „Belegt“ wird dies durch unzählige Computerausdrucke. Um Einblick in Verträge zwischen den einzelnen Vonovia-Firmen mit Leistungsbeschreibungen und Preisen zu erhalten, muss regelmäßig gestritten werden. Unterschriebene Verträge im Original werden so gut wie nie vorgelegt.

 „Wir fordern, dass Vonovia alle Kosten, die sie Mietern in Rechnung stellt, vollständig offenlegt und nachvollziehbar belegt. Das bisherige Hin und Her, das einem Versteckspiel ähnelt, ist des größten deutschen Vermieters nicht würdig. Erst recht ist es des Vonovia-Konzerns nicht würdig, wenn der Berater des Mietervereins Witten ‚Hausverbot‘ erhält und angekündigt wird, dass künftig keine Korrespondenz mehr mit diesem Mitarbeiter geführt werden wird“, erklärte Ulrich Ropertz. „Wer die Interessen der Mietervereinsmitglieder vertritt, bestimmt ausschließlich der Mieterverein und natürlich nicht Vonovia.“

Mit Schreiben vom 6. Dezember 2019 hatte die Vonovia Immobilienservice GmbH dem Mieterverein Witten gegenüber erklärt, sie werde dem Rechtsberater Herrn X keinen Zutritt zu ihren Räumlichkeiten mehr gewähren. Weitere Korrespondenz würde bis zur Ernennung eines alternativen Ansprechpartners ausschließlich direkt mit den Mietern geführt. Begründet wurde diese „einmalige“ Aktion mit einem 15-minütigen Interview des Mietervereinsmitarbeiters mit Radio dreyeckland, in dem unter anderem gesagt wird: Nach den von Vonovia gesendeten Nachweisen und Protokollen sind in verschiedenen Stadtteilen überall in der gleichen Minute und am selben Tag die abgerechneten Wintereinsätze gewesen. „Da traut man seinen Augen nicht und dann denkt man sich: Nicht mal beim Fälschen dieser Belege scheinen sie sich Mühe zu geben.“

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