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27.05.16 - 12:24 Uhr

Ortsübliche Vergleichsmieten immer teurer - hohe Neuvertragsmieten der letzten Jahre schlagen durch

Mietenanstieg 2015 sechsmal so hoch wie Inflationsrate

 

(dmb) „Jetzt schlagen die hohen Neu- und Wiedervermietungsmieten auch auf die Mieten in bestehenden Mietverhältnissen durch. Die ortsüblichen Vergleichsmieten sind 2015 im Durchschnitt um 1,8 % gestiegen. Damit fällt der Mietenanstieg sechsmal höher aus als der Anstieg der allgemeinen Verbraucherpreise mit 0,3 % (Inflationsrate). In den 20 teuersten Städten Deutschlands sind die Vergleichsmieten durchschnittlich sogar um 3,3 % gestiegen. Das ist das Elffache der Inflationsrate 2015“, erklärte der Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes (DMB) Lukas Siebenkotten und verweist auf die aktuelle Veröffentlichung des Hamburger Forschungsinstituts F+B „Mietspiegelindex 2015“. „Diese Zahlen machen deutlich, wie wichtig die Verlängerung des Betrachtungszeitraumes auf 8 Jahre bei der Vergleichsmiete ist.“

 

Nach derzeitiger Rechtslage wird die ortsübliche Vergleichsmiete, d.h. die Durchschnittsmiete in bestehenden Mietverhältnissen für vergleichbare Wohnungen vor Ort aus den Vertragsabschlüssen und Mieterhöhungen der letzten vier Jahre gebildet. Das bedeutet, die extrem hohen Mietvertragsabschlüsse der letzten Jahre bestimmen jetzt immer stärker das Niveau der Vergleichsmieten und damit der Mieten in bestehenden Mietverhältnissen.

 

Siebenkotten: „An dieser Entwicklung wird sich nichts ändern, wenn der Gesetzgeber jetzt nicht eingreift. Denn die hohen Neu- und Wiedervermietungsmieten von heute sind auch die Vergleichsmieten von morgen. Deshalb begrüßen wir die Initiative von Bundesjustizminister Heiko Maas im Rahmen der zweiten Mietrechtsnovelle, den Betrachtungszeitraum für die Vergleichsmieten von 4 auf 8 Jahre zu verlängern. Hierdurch kann der Anstieg der Vergleichsmieten abgemildert werden.“

 

Laut F+B Mietspiegelindex 2015 gibt es heute in 57 % aller Gemeinden mit über 20.000 Einwohnern einen Mietspiegel, in dem die ortsüblichen Vergleichsmieten abgebildet werden.

 

In den 13 Städten Deutschlands mit mehr als 500.000 Einwohnern verfügen 12 Städte (92 %) über einen Mietspiegel. In den Städten zwischen 100.000 und 500.000 Einwohnern sind es 56 Städte (89 %), in Städten zwischen 50.000 und 100.000 Einwohnern haben 89 Städte (83 %) einen Mietspiegel und in Städten zwischen 20.000 und 50.000 Einwohnern sind es 228 Städte (46 %).

 

„Mit dem hohen Verbreitungsgrad der Mietspiegel, insbesondere in Großstädten sind wir zufrieden. In kleineren Städten und Gemeinden, häufig auch Umlandgemeinden der Großstädte besteht aber deutlicher Nachholbedarf. Zu denken gibt auch, dass im Vergleich zu 2014 der Verbreitungsgrad der Mietspiegel stagniert. Deshalb fordern wir, dass Städte und Gemeinden ab einer bestimmten Einwohnerzahl verpflichtet werden, Mietspiegel zu erstellen,“ sagte der Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes Lukas Siebenkotten.