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MieterZeitung Juni 2011

Starke Stücke

 

Wohnen am Rhein – aber bitte ohne Nebengeräusche

 

Köln – Als teuer und hip gilt das Wohnen im Rheinauhafen in Köln. In den letzten Jahren sind dort, wo einst Lagerräume das Bild beherrschten, piekfeine Wohnungen entstanden. Die drei Kranhäuser sind längst zu einem Wahrzeichen Kölns geworden. Der Blick auf den Rhein und die vorbeituckernden Schiffe auf Europas größter Wasserstraße, den Dom und die Stadt treiben die Miet- und Immobilienpreise nach oben.

 

Doch ausgerechnet die auf dem Rhein tuckernden Schiffe sorgen nun für Streit – für einen Mietstreit! Eine Anwohnerin hat wegen der Schiffe ihre Miete gemindert. Der Lärm und Gestank der Schiffe sei nicht auszuhalten, da werde man wahnsinnig, erklärte sie beim Prozess vor dem Kölner Amtsgericht (Az: 223 C 26/11). Die Schiffe auf dem Rhein seien mit einer gehobenen Wohngegend nicht vereinbar, so die Mieterin. Von Freitagnachmittag bis Montagvormittag stinke es nach Abgasen, kontert sie den Vorwurf des gegnerischen Anwalts, dass, wenn man eine Wohnung am Rhein mit Kaimauer miete, man Schiffe wohl kaum als einen Mangel ansehen könne.

 

Die Verhandlung wurde vertagt, der Prozess war bei Redaktionsschluss der MieterZeitung noch nicht beendet. Der Kölner Amtsrichter deutete jedoch an, dass er dem Vermieter Recht geben und die Mieterin zur Zahlung der Miete verurteilen will. Am Rheinauhafen müsse man schließlich mit Schiffslärm rechnen. Die Mieterin wird wohl die 3.100 Euro, die sie seit September 2010 einbehielt, zahlen müssen.

 

Schon mehrfach haben laut Auskunft des Amtsgerichts in Köln Mieter im Rheinauhafen die Miete gekürzt. Die Richter hätten aber immer pro Vermieter entschieden.

 

 

Schrill und kunterbunt

 

München – Der Malermeister Franz Rebl und der Künstler Carsten Kruse haben erneut zugeschlagen. In München präsentierten sie nun den neuen Firmensitz des Malermeisters. Auffällig, schrill und kunterbunt, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schreibt. Zwei Wochen hatten die Angestellten des Malermeisters dafür gebraucht, nach Anweisungen des Künstlers Kruse die Fassade mit mehr als 200 Liter Farbe zu gestalten.

 

Bekannt geworden waren Kruse und Rebl im Jahr 2009 mit ihrem „Bunten Haus“ in Regensburg. Monatelang stritten die Stadtverwaltung und die Künstler über den Erhalt der Fassade. Die Stadt gab schließlich nach. Die MieterZeitung berichtete über den Fall.

 

 

Schwimmender Lebenstraum

 

Harald Busse aus Bad Saarow hat sich einen Lebenstraum erfüllt. Mit einem auf zwei Aluminiumpontons aufgebauten Fachwerkhaus schippert er seit letztem Jahr über die Gewässer in Brandenburg und Berlin. Da Haus ist 4 x 8,50 Meter groß, isoliert und voll ausgestattet mit Toilette, Terrasse und Garten.

 

750 Kilometer hat Busse mit seinem schwimmenden Haus im letzten Jahr zurückgelegt. In diesem Jahr sind es schon 450 Kilometer. Gelenkt wird das Gefährt vom Wohnzimmer aus. Um unter einer Brücke durchzufahren, muss der Haus-Kapitän das Dach einklappen. Darauf hat er ein Patent bekommen. Busse bereitet derzeit die Serienproduktion für sein Fachwerkhausboot vor.

 

 

Glück im Unglück

 

Chemnitz – Plötzlich war die Giebelwand weg. Ein Rentnerehepaar aus dem ersten Stock und ein Mieter im Erdgeschoss lagen mitten in der Nacht im Freien. Der Hausgiebel war eingestürzt. Verletzt wurde zum Glück niemand. Grund: Eine Fachfirma sollte die Fassade trockenlegen und hatte einen Schacht entlang der Fassade ausgehoben. Danach ist offensichtlich das Fundament weggerutscht.

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Ausgabe Juni 2011

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