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MieterZeitung Februar 2011Starke Stücke
Deutsche treiben Mieten hochZürich – Wohnungen in Zürich (Schweiz) sind rar und teuer. Die Stadt, die gut ausgebildete Männer und Frauen mit gut bezahlten Jobs lockt, fordert ihnen viel Fantasie und Geduld bei der Wohnungssuche ab.
Eine ausgeklügelte Idee hatte ein Paar aus Köln. Er IT-Berater, sie Versicherungsmathematikerin und ihr einjähriger Sohn schalteten eine eigene Homepage auf. Mit Bild präsentierte sich das Paar mitsamt Sohn und bot Vermietern für eine Vierzimmerwohnung in der Innenstadt, die mindestens 80 Quadratmeter misst, bis zu 3.500 Franken. Offensichtlich mit Erfolg, denn 14 Tage später war die Seite wieder abgeschaltet.
Die Idee fanden viele Züricher gut, die Zahlungsbereitschaft der Deutschen allerdings nur wenige. Die Zugereisten verdienen sehr gut und übertrumpfen damit alle Normalverdiener. Sie treiben die Preise in die Höhe. Für Durchschnittsverdiener (rund 6.000 Franken) gibt es so praktisch keine innerstädtischen Wohnungsangebote mehr.
Dai und sein EiPeking – Auf der Suche nach einer billigeren, umweltfreundlichen Lösung kam der chinesische Architekt Dai Haifei (24) auf die Idee mit dem Wohn-Ei. Das seltsame Wohnobjekt ist 2,20 Meter hoch. Der Erbauer hat es in einem Innenhof, in dem es schön ruhig ist und von dem er es nicht weit bis zum Büro hat, aufgebaut. Die Außenwände bestehen aus Bambus und Sandsäcken. Außen ist ein Gewebe mit Grassamen angebracht. Durch ein Dachfenster kann der Architekt nachts den Mond und die Sterne beobachten. Eine Solaranlage liefert die Energie für eine Lampe. Im Inneren ist Platz für ein Bett, das auch zum Tisch umfunktioniert werden kann. Zum Duschen muss er allerdings ins Schwimmbad. Gut 700 Euro hat der Architekt in die Herstellung seines Heims investiert.
Nackte schocken MaklerHamburg/Berlin – Frühere Studentengenerationen protestierten gegen hohe Mieten, Wohnungsabrisse und Mietervertreibung, indem sie „entmietete“ Häuser besetzten. Die heutige junge Generation feiert die hohen Mieten einfach weg.
So drängten sich in Hamburg bei einer Wohnungsbesichtigung 30 Studenten mit Karnevalsmasken verkleidet und mit bunten Luftschlangen bewaffnet durch die Wohnungstür. Sie ließen Sektkorken knallen und schalteten die mitgebrachte Stereoanlage ein. Der verdutzten Maklerin hielten sie Pappschilder mit den Aufschriften „Luxus für alle“ und „Elbblick für alle“ entgegen.
In Berlin stürmt eine Gruppe nackter Aktivisten Besichtigungstermine. Sie tragen Tiermasken und Plakate, mit denen sie gegen den alltäglichen Mietwucher und für faire Lebensbedingungen protestieren. Ziele ihrer Proteste sind Szeneviertel wie der Prenzlauer Berg oder Friedrichshain, wo die Mieten in den letzten Jahren explodierten.
Neu ist die Idee mit den nackten Protesten nicht: In Paris protestiert das Aktionsbündnis „Jeudi Noir“ gegen die horrenden Mieten in der Szenemetropole, indem die Mitglieder nackt bei Wohnungsbesichtigungen auftauchen.
Dumm gelaufenGumperda/Thüringen – Ein ganzes Wochenende harrte ein 64-jähriger Rentner in Gumperda in Thüringen in einem Kellerverlies aus, das er selbst gemauert hatte. Eigentlich wollte er nur den Zugang zu seinem Keller zumauern, doch dabei mauerte er sich selbst ein. Seinen Irrtum bemerkte er erst, als er fertig war.
Bei seinem Befreiungsakt stemmte er dann mit dem Bohrhammer die Brandmauer zum Nachbarhaus auf. Dort nahmen ihn Polizeibeamte in Empfang, die der Nachbar, aufgeschreckt durch den Bohrlärm, herbeigerufen hatte. |
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