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Mieterzeitung Dezember 2009Starke Stücke
Fristlos gekündigtFrankfurt/Main – Weil eine Familie über einen längeren Zeitraum hinweg nachts immer wieder Möbel rückte und sich lautstark unterhielt, bestätigte das Amtsgericht Frankfurt (Az: 33 C 4290/07) die fristlose Kündigung seitens des Vermieters. Zuvor hatten weder eine Abmahnung noch mehrere Polizeieinsätze das Treiben der Mieter unterbinden können. Das Gericht sah in dem Verhalten der Mieter eine „nachhaltige Störung des Hausfriedens“.
Draculas Schloss versteigertSchenkendorf – Nur einen einzigen Interessenten gab es, als im Oktober in Schenkendorf, unweit von Berlin, das Schloss des Grafen Dracula versteigert wurde. Der neue Eigentümer zahlte für das Schloss, in dem sein ehemaliger Besitzer regelmäßig „Blutsauger-Partys“ veranstaltete, gerade mal 268.000 Euro, rund die Hälfte des Verkehrswertes.
Graf Dracula, der bis im November 2007 im Schloss lebte, war im letzten Jahr gestorben. 1990 hatte ihn eine Nachfahrin des uralten rumänischen Geschlechts des 1447 gestorbenen Grafen aus Transsilvanien (Siebenbürgen) adoptiert. Die alte Dame war kinderlos und machte so den Bäcker Ottomar Berbig zu Ottomar Rodolphe Vlad Dracula Prinz Kretzulesco. Er wurde damit legitimes Familienmitglied des durch den Roman „Dracula“ des britischen Schriftstellers Bram Stokers bis heute berühmten und berüchtigten Grafen Dracula, dessen Schloss in Transsilvanien vor zwei Jahren zum Verkauf stand. Sein adoptierter Nachkomme veranstaltete gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz auf dem Schloss Vampir-Partys, bei denen die Gäste Blut spenden konnten. Auch Ritterspiele und eine Gastronomie gab es auf dem Schloss, nachdem er es 1995 kaufte.
EinsturzgefahrFrankfurt – Als die beiden 61 und 62 Jahre alten Mieter plötzlich in ihrem Haus Risse bemerkten, alarmierten sie die Feuerwehr. Die wiederum zog einen Statiker zu Rate, der das Haus für einsturzgefährdet erklärte. Die beiden Mieter mussten in eine Notunterkunft.
Die Ursache für die Risse war schnell gefunden. Bauarbeiter hatten direkt neben dem Haus eine etwa drei Meter tiefe, nicht abgestützte Baugrube ausgehoben. Nachdem Feuerwehr und Technisches Hilfswerk die Grube mit Kies aufgefüllt hatten, konnten die Bewohner in das Haus zurückkehren. Die Bauaufsicht sprach ein vorläufiges Bauverbot aus.
Noch einmal zahlenLimbach – 30 Mietern in Limbach-Oberfrohna (Sachsen) drohen jetzt riesige Mietnachforderungen. Der Zwangsverwalter fordert Summen von 5.000 bis 21.000 Euro nach. Insgesamt sollen die 30 Mietparteien rund 180.000 Euro zahlen. Dabei haben sie ihre Miete regelmäßig gezahlt. Aber an den falschen.
Mitte 2005 beantragte die Gläubigerbank des Vermieters die Zwangsverwaltung für die Immobilie. Der Zwangsverwalter teilte den Mietern mit, dass künftig alle Mietzahlungen an ihn zu überweisen seien. Der Vermieter seinerseits schrieb darauf den Mietern, dass er die Miete weiter bekomme. Die verunsicherten Mieter zahlten weiter an den Vermieter.
Vielen droht jetzt ein finanzielles Fiasko. Gegen den Vermieter können sie wegen Betrugs Strafanzeige stellen und auf Rückzahlung des Geldes klagen. Das bringt nur etwas, wenn der auch noch Geld hat. Letzte Hoffnung: Der Zwangsverwalter kommt ihnen finanziell entgegen.
Blau heißt erfolgreichEine Untersuchung der englischen Firma Sandtex, die unter anderem Fassadenfarbe herstellt, bringt es endlich an den Tag. Die Fassadenfarbe eines Hauses sagt etwas über den Erfolg des Eigentümers aus. Die von Sandtex beauftragten Wissenschaftler kommen nämlich zu dem Ergebnis, dass Blau die Farbe des Erfolges für Hauseigentümer ist. So verdiene der durchschnittliche Eigentümer eines blauen Familienheimes 38.000 Pfund im Jahr und mache mindestens zweimal im Jahr im Ausland Urlaub. Die meisten beschrieben sich selbst als Direktor oder Manager. Viele hätten mindestens drei Mitarbeiter, die unter ihnen arbeiteten. Der durchschnittliche Hauseigentümer in Blau lebe in einer langjährigen Beziehung, habe zwei Kinder und vier enge Freunde. Elf Prozent beschäftigten eine Reinigungskraft und acht Prozent eine Kinderfrau.
Am schlechtesten dran sind nach dieser Untersuchung Hauseigentümer, die in grünen Häusern leben. Sie verdienen gerade mal 13.100 Pfund im Jahr, fahren einen gebrauchten Ford Mondeo oder VW Golf.
Übrigens: Wenn Sie demnächst an einem roten Einfamilienhaus vorbeifahren, wissen Sie, dass der Eigentümer rund 23.500 Pfund im Jahr verdient, der eines weißen 23.400 Pfund und eines gelben 18.500 Pfund. Oder hat die Redaktion da etwas falsch verstanden? Gilt dies nur für britische Hauseigentümer? Oder ist das Ganze vielleicht doch einfach nur „Nonsens“?
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