Zeitungen

Mieterzeitung Dezember 2008

Starke Stücke

 
 


Teure Mieterhöhung

 

Bietigheim-Bissingen – Weil die vom Vermieter geforderte Mieterhöhung von 364 auf 432,10 Euro nicht gerechtfertigt war, wies das Amtsgericht Besigheim (Az: 1 C 992/07) das Ansinnen zurück. Ein Sachverständiger hatte festgestellt, dass allenfalls eine Miete von 364,76 Euro – also gerade mal 76 Cent mehr als die bisherige Miete – ortsüblich sei. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die jetzt bezahlte Miete als ortsübliche Vergleichsmiete anzusehen ist. Die Kosten für das Verfahren muss nun der Vermieter allein tragen – auch die Kosten der Mieter. Den Streitwert des Prozesses setzte das Gericht mit über 4 000 Euro an.

 

 

Keine wirkliche Verbesserung

Eichstätt – Den Mietern der Wohnungs- und Städtebaugesellschaft St. Gundekar-Werk Eichstätt liegen für die Heizperiode 2006/2007 keine Ableseergebnisse vor. Das Unternehmen kündigt deshalb an, die Verteilung der Heizkosten nach Quadratmetern durchzuführen. Gleichzeitig lässt es die Mieter wissen, dass die Funk-Heizkostenverteiler wieder demontiert würden und gleichzeitig wieder auf die Heizkostenerfassung mittels Verdunstungs-Heizkostenverteilern gewechselt werde. Die Funk-Heizkostenverteiler der Firma Techem – angeschafft, um den Wohnkomfort zu verbessern, da keine Ablesung mehr innerhalb der Wohnung erforderlich gewesen wäre – hätten keine verwertbaren Ergebnisse geliefert.

 

Der campende Bürgermeister

Dombühl – Zwölf Quadratmeter in einem Wohnwagen auf einem Campingplatz – das ist das private Domizil des Bürgermeisters der fränkischen Marktgemeinde Dombühl, Helmut Auer. Bis zum Ende seiner Amtszeit im Jahr 2014 will er dort laut einem Bericht im Magazin „Focus“ auch weiter wohnen bleiben. Das Wohnen dort ist nämlich billig. 600 Euro Jahresmiete nebst Stromkosten zahlt er als Langzeitcamper. Eine richtige Wohnung ist ihm zu teuer. Denn nach seiner Scheidung nach 28 Jahren Ehe bleibt ihm von seinem 3 200-Euro-Nettogehalt nicht mehr viel übrig, erklärt er.

 

Falscher Anschluss

Dortmund – In seinem Eifer erwischte ein Tankwagenfahrer den falschen Anschluss. Statt an den des Haustanks schloss der Fahrer den Schlauch an einen stillgelegten Anschluss. Über 1 600 Liter Heizöl flossen in den Keller des Mietshauses, ehe eine Mieterin beim Gang in den Keller das Unheil bemerkte. Bis die Feuerwehr eintraf, waren bereits über 1 000 Liter teures Heizöl in der Kanalisation verschwunden.

 

 

Teure Liebesbeweise

Ulm – Statt mit seiner Liebe im trauten Heim zu wohnen, muss ein Beamter des Wohngeldamtes der Stadt Ulm nun für vier Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Ulm brummte ihm diese lange Gefängnisstrafe auf, weil er über vier Jahre hinweg illegal 580 000 Euro Wohngeld an die Frau ausgezahlt hatte. Vor Gericht verteidigte sich der Mann damit, dass er von der Frau, einer Prostituierten, abhängig gewesen sei. „Ich war verliebt und völlig vernarrt“, sagte er. Vor Gericht gab er dann auch an, dass er, um die Frau an sich zu binden, zuvor bereits sein Haus verkauft und hohe Kredite aufgenommen habe. Die Rede war von rund 400 000 Euro, mit denen er sich die Liebe teuer erkaufte.

 

Vermieter spielte Big Brother

Ingolstadt – Die Bild-Zeitung bezeichnet ihn als „schlimmsten Spanner Deutschlands“. Der Mann, der so betitelt wird, hatte in seinem Mehrfamilienhaus über zehn Jahre hinweg seine Mieter mit Minikameras und Mikrofonen beobachtet und belauscht. Die Aufnahmen speicherte er auf Videokassetten. Über 30 Personen hatte er so zwischen 1997 bis 2007 bespitzelt.

Was der 61-jährige Vermieter vor Gericht als „nicht so tragisch erachtete“, weil nur er die Aufnahmen gesehen habe, sah das Gericht ganz anders. Es bürdete ihm eine Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren auf. Der Richter warf ihm vor, seine Mieter „mit erheblichem Aufwand zum Anschauungsobjekt degradiert“ zu haben.

 

 Impressum   Schrift 
- A +
 Suche 

Aktuelle MieterZeitung

Titelbild

Alle 2 Monate neu 

Für Mitglieder oft kostenlos. Fragen Sie Ihren Mieterverein!

ABO für 8 € / Jahr
Bestellen im Shop hier>>>