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Mieterzeitung April 2009

Starke Stücke

500-Millionen-Euro-Deal geplatzt

 

Côte d’Azur – Die Finanzkrise macht auch vor Russlands neuen Milliardären keinen Halt. Ihre Milliarden lösen sich zum Teil in Luft auf. Getroffen hat die Krise auch den derzeit mit 14,1 Milliarden Dollar Vermögen reichsten russischen Milliardär, Michail Prochorow. Sein Vermögen schrumpfte um gut ein Drittel.

 

Kein Wunder also, dass er einen 500-Millionen-Euro-Deal an der Côte d’Azur platzen ließ. Genau 496 Millionen Euro waren es, die der Milliardär der Eigentümerin Lily Safra für die einst dem belgischen König Leopold II. in Villefranche-sur-Mer gehörenden Villa Leopolda zahlen wollte. Prochorow zahlte 39 Millionen Euro an. Laut diversen Presseberichten will Prochorow nun seine Anzahlung zurückhaben. Angeblich hat Prochorow, ein Günstling Wladimir Putins, Klage beim Gericht in Nizza eingereicht.

 

Doch die 39 Millionen Euro muss Prochorow wahrscheinlich in den Wind schreiben. Nach französischem Recht darf die Besitzerin die Kaution/Anzahlung behalten. Wie es im Umfeld der Milliardärin heißt, will sie den Betrag karitativen Zwecken zukommen lassen.

 

Stuhl empfängt Fernsehprogramme

 

Daun – Sieht aus wie ein Stuhl, ist zum Sitzen aber nicht geeignet. Das neue Möbelstück aus dem Haus TechniSat empfängt stattdessen Fernsehprogramme.

 

Potenzielle Käufer sind laut Hersteller Mieter, denen es nicht erlaubt ist, eine Satellitenschüssel auf ihrem Balkon anzubringen. Mit Hilfe des Satelliten-Stuhls ließe sich dieses Verbot umgehen, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Ein Stuhl auf dem Balkon ist immer erlaubt.

 

Noch ist der Stuhl nicht lieferbar, soll aber im Laufe des Jahres auf den Markt kommen. Der Preis ist ebenfalls noch unbekannt.

 

Passivhaus im ewigen Eis

 

Antarktis – Während in Deutschlands kaltem Winter 2008/2009 Eigentümer und Mieter über hohe Heizkosten stöhnen, kommt ein Gebäude mitten im Dauerfrost der Antarktis ohne jeglichen Einsatz fossiler Energien aus. Die neue belgische Forschungsstation in der Antarktis braucht kein separates Heizsystem und erreicht Passivhaus-Norm. Neun Windturbinen und 408 Solarzellen versorgen die Station mit Strom. Beim Heizen helfen 24 Quadratmeter thermische Solarzellen.

 

Es geht also – das Heizen ohne Gas, Öl oder Holz und Kohle. Sogar mitten in der Antarktis. Und was dort möglich ist, sollte zumindest in den mittleren Breiten in Europa erst recht bei Wohngebäuden machbar sein.

 

Ganz schön schräg

 

Lychen/Uckermark – Rudolf Schricker, Präsident des Bundes deutscher Innenarchitekten, sieht darin eine „positive Ausdrucksform des Persönlichen und Originellen“. Andere werden die Inneneinrichtung schlichtweg als „verrückt“ bezeichnen. Schräg sind die Einrichtungsideen des ehemaligen Bühnendekorateurs Uwe Jähnichen im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Küche und Bad rufen Schwindelgefühle hervor, weil dort alles schief steht. Sowohl der Herd als auch der Arbeitstisch und die Abwaschbecken befinden sich in Schräglage. Das eine Ende des Tisches, auf dem Herdplatten installiert sind, ragt etwa 1,55 Meter in die Höhe; das andere Ende befindet sich in Knietiefe. Kochen kann man hier nur, wenn man die Töpfe vorher mit Haltern und Klammern am Herd befestigt. Im Bad verlaufen die Fliesen auf jeder Wand in einem anderen Winkel zum Boden.

 

So ganz gebrauchstauglich ist das Ganze wohl nicht. Jähnichen teilt das Haus mit seiner Mutter. Und in deren Küche, ganz konventionell eingerichtet, lässt sich ganz bequem kochen.

 

Ersten Mieter an Knast verloren

 

Berlin – Ob die Polizei mit ihrem Lieferwagen zum Abtransport des beschlagnahmten Interieurs den Autoaufzug benutzt hat und das Fahrzeug direkt neben dem Loft abstellte, ist nicht überliefert. Jedenfalls ihren ersten Mieter sind die Eigner der so genannten Carlofts in Berlin-Kreuzberg wieder los. Vom Edelloft ging es gleich in den Knast Moabit. Der 24-jährige Mieter aus Österreich hatte die Wohnung, in denen man per Fahrstuhl auch die eigene Limousine mit auf den Balkon nehmen kann, erst vor kurzem gemietet. Festgenommen wurde er jetzt wegen Betrugsverdachts. Im ganz großen Stil hatte der Mieter bei Möbelhäusern Bestellungen aufgegeben, ohne diese jeweils zu bezahlen.

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