Presse

Pressemeldung

11.07.2012

Künstliche Verteuerung des Digitalfernsehens stoppen

Verbände und Landesmedienanstalten fordern Verzicht auf Verschlüsselung

 

 

Gegen die Verteuerung des Digitalempfangs freier privater TV-Programme zu Lasten der Kunden wenden sich Mieterbund, Wohnungsunternehmen  und der Verbraucherzentrale Bundesverband.  Sie fordern Sender und Kabelnetzbetreiber auf, die Grundverschlüsselung als Hindernis für den Umstieg weiterer Verbraucher auf den digitalen Kabelempfang abzuschaffen.  Diese Position unterstützen nun auch die Landesmedienanstalten.

 

Teurer werden private Fernsehprogramme für Kunden beim Umstieg von analogen auf digitalen Empfang, weil die großen privaten Sender über einzelne Kabelnetzbetreiber  über die so genannte Grundverschlüsselung zulangen: Verbraucher müssen nicht nur einen extra Empfänger zur Entschlüsselung der betreffenden Programme nutzen, sondern  zahlen zusätzlich an den Netzbetreiber. Deshalb fordern der Deutsche Mieterbund (DMB), der GdW  Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen  und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) schon seit längerem, auf die Verschlüsselung frei empfangbarer privater TV-Programme zu verzichten, die sich bereits aus der Werbung finanzieren. Nun hat sich auch die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK) der Landesmedienanstalten  kürzlich im Interesse einer schnelleren Digitalisierung der kabelgebundenen Rundfunkversorgung dafür ausgesprochen, die Grundverschlüsselung aufzugeben.   

 

Die zusätzlichen Kosten für die Entschlüsselung sind  für die Kabelkunden oft schwer zu erkennen, weil sie zum Teil im Preis  der üblichen Digitalpakete verpackt sind. Darüber hinaus lässt die technische Realisierung  einen Netzbetreiber und Programmanbieter auf Kundendaten zugreifen, die auch zu Werbezwecken missbraucht werden könnten.  Nicht zuletzt stellen die Zusatzkosten für die Entschlüsselung privater werbefinanzierter TV-Programme ein wesentliches Hindernis auf dem Weg zu einem tatsächlich verbraucherfreundlichen Digitalumstieg im Kabel dar.


Das sagen die Vorstände und Präsidenten

  • Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv): „Es ist dreist, frei empfangbare TV-Programme erst zu verschlüsseln, um dann für die Entschlüsselung Geld zu verlangen. Das ist moderne Wegelagerei.“

  • Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen: „Es ist höchste Zeit, durch die Aufhebung der Verschlüsselung von Free-TV-Programmen im Kabel die Ungleichbehandlung gegenüber dem freien Empfang dieser Sender über Satellit zu beenden. So können die freiwillige, verbraucherfreundliche Nutzung digitaler Programme im Kabel beschleunigt und auch Wohnungsunternehmen aktiv für einen Umstieg werben."  

  • Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB): „Wichtig ist, dass Digital-TV bei Kabel nicht verschlüsseltes Bezahlfernsehen wird. Das muss sowohl  für die bisher frei empfangbaren Analogangebote gelten als auch für Formate in HDTV."

 

 

Das gemeinsame in 2010 veröffentlichte Positionspapier DMB, GdW und vzbv: “Voraussetzungen für ein verbraucherfreundliches Digitalfernsehen“, steht weiterhin unter www.gdw.de für Sie zum Download bereit.

 



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