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Taubenplage: Vom Regen in die Traufe

 

 

Die Montage eines schwarzen Netzes zur Taubenabwehr stellt nach einem Urteil des Amtsgerichts Berlin-Schöneberg keinen Mangel der Mietwohnung dar und berechtigt daher nicht zur Mietminderung (Az. 16b C 180/07). 

Wie der Deutsche Mieterbund (DMB) mitteilt, hatte sich im konkreten Fall ein Mieter über Taubenbefall beklagt, woraufhin die Vermieterin auf den Fenstersimsen des Mieters Spikes montierte. Das hatte zur Folge, dass die Tauben die Fenstersimse der übrigen Mieter bevölkerten, die sich nun ihrerseits bei der Vermieterin über die Taubenplage beschwerten. Daraufhin ließ die Vermieterin horizontal über die gesamte Hoffläche in Dachhöhe und vertikal entlang der offenen, unbebauten Hofrückseite ein großes schwarzes Netz anbringen, das den Taubenbefall vollständig unterband. Allerdings, nun beklagte sich der Mieter, durch das Netz sei seine Aussicht beschränkt, er fühle sich wie in einem Gefängnis. Die Vermieterin solle das Netz entfernen. Bis dahin werde er die Miete um 30 Prozent mindern. 

Das zuständige Amtsgericht wies die Klage des Mieters ab. Die Vermieterin sei nicht verpflichtet gewesen, dem Taubenbefall durch Anbringung weiterer Spikes zu begegnen. Welche Mittel sie gegen die Taubenplage einsetzt, sei ihr überlassen. Im Übrigen stelle das Netz keine Veränderung der Wohnung dar, weil es an einem Bereich des Hauses angebracht sei, der nicht vom mietvertraglichen Gebrauch erfasst sei.  

Das sieht der Deutsche Mieterbund anders: Lichteinfall und Frischluftzufuhr werden durch das große schwarze Netz schlechter. Der Mieter, der im 5. Obergeschoss lebt, kritisiert zu Recht neben den Sichtbeeinträchtigungen, dass er das Gefühl habe, in einem Fußballtor zu sitzen. Im Vergleich zwischen dem Zeitpunkt der Anmietung der Wohnung – Fenster ohne Außennetz – und der jetzigen Situation liegt eindeutig ein Mangel der Mietsache vom. 

Tauben sind nach Auskunft des Deutschen Mieterbundes oft Ursache von Mietminderungen, wenn der Vermieter nicht einschreitet. Je nach Ausmaß der Taubenplage gestatten die Gerichte zwischen 10 Prozent (LG Berlin 64 S 84/95) und 35 Prozent (LG Freiburg 4 C 2113/96) Mietminderung. Auch bei Verunreinigung des Balkons durch Taubenkot darf man die Miete kürzen (AG Hamburg 40 a C 2574/87).