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Badezimmer

Richtig duschen

 

1.218,18 Euro Schadensersatz forderte ein Hamburger Vermieter. Schon nach einem Jahr Mietzeit sei der Holzrahmen des Badezimmerfensters völlig verrottet gewesen, bei den umliegenden Fliesenfugen sei es zu Verspackungen gekommen usw. Und das alles nur, weil der Mieter nicht richtig geduscht und Spritzwasser nicht weggewischt habe.

Das Amtsgericht Hamburg (40B C 155/05) lehnte die Vermieterforderung ab und entschied nach Informationen des Deutschen Mieterbundes (DMB), dass die hohe Luftfeuchtigkeit im Badezimmer und die Benetzung mit Spritzwasser zwar auf die Duschvorgänge der Mieter zurückzuführen seien. Das wiederum liege aber bei der regelmäßigen Benutzung einer Dusche gerade in deren bestimmungsgemäßen Gebrauch. Ein Mieter dürfe auch mehrmals täglich duschen. Er sei nicht verpflichtet, nach jedem Duschvorgang die Dusche und ein hinter der Dusche liegendes Fenster gründlich trocken zu wischen.
Nach Angaben des Deutschen Mieterbundes ist der Mieter zwar verpflichtet, durch regelmäßige Reinigung und ausreichendes Lüften dafür zu sorgen, dass in der Dusche keine Kalkflecken entstehen und dass es durch die Feuchtigkeit nicht zu Schäden, wie zum Beispiel Schimmelbildung, kommt. Das kann aber nicht bedeuten, dass der Mieter nach jedem Duschen Wände und Fenster abtrocknen muss.

Das Hamburger Amtsgericht stellte weiter fest, dass der Mangel letztlich auf bauliche Gründe zurückzuführen sei. Das Badezimmerfenster befand sich direkt hinter der Dusche und war aus Holz. Diese Kombination aus Lage und Beschaffenheit führte zu den vorliegenden Mängeln. Oder, wie das Hamburger Amtsgericht feststellte: „Denn das Holz wird regelmäßig nass, und nasses Holz beginnt zu faulen. Für diese baulich bedingte Schadensanfälligkeit des Fensters hat die Mieterin nicht einzustehen. Vielmehr fällt sie in die Risikosphäre des Vermieters.“