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MieterZeitung Februar 2011Editorial![]() Handeln! Jetzt!
Auf dem Mietwohnungsmarkt braut sich einiges zusammen. In den wirtschaftlich wachsenden Regionen steigen die Mieten kräftig an. Die Maklerverbände melden seit Monaten steigende Mieten bei der Neu- und Wiedervermietung von Wohnungen. Der Unterschied zwischen den Bestandsmieten und den Wiedervermietungsmieten wird immer größer.
Die Vermieter in München, Stuttgart, Frankfurt, Hamburg oder Köln nutzen die Spielräume, die sich aufgrund der hohen Nachfrage und des großen Angebots in diesen Städten ergeben, konsequent aus. Je höher die Nachfrage, je geringer das Angebot, umso höher liegt die neue Miete über der Mietspiegelmiete.
Unser Vergleich des vom Hamburger Institut F+B erstellten Mietspiegelindex mit dem vom gleichen Institut bearbeiteten Marktmietenindex 2010 lässt nur einen Schluss zu: Die Mieten in den Ballungszentren im Süden, Westen und Norden des Landes werden neue Rekordmarken erreichen.
Denn: Die Marktmiete von heute ist die Vergleichsmiete von morgen. Jeder neu abgeschlossene Mietvertrag geht direkt bei der nächsten Fortschreibung des Mietspiegels in die Berechnung der Vergleichsmiete ein. Der jüngste Mietspiegel für die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart weist deutliche Steigerungen gegenüber dem vorangegangenen auf. Auch die Mieten in Berlin kommen in Bewegung, wenn auch noch auf einem deutlich niedrigeren Niveau als in anderen Großstädten des Landes.
Die hohen und stetig weiter steigenden Mieten in Städten wie München und Stuttgart führen bereits seit langem dazu, dass selbst Normalverdiener kaum noch in der Lage sind, die teuren Wohnungen zu bezahlen. Die sich jetzt abzeichnende neue Mietenexplosion wird weiteren Haushalten den Zuzug in die teuren Städte verwehren. Wer der Arbeit hinterherzieht, muss dann oft einen weiten Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstelle in Kauf nehmen. Wer heute noch zentral wohnt, wird in preiswertere Wohnungen am Stadtrand oder gar außerhalb der Stadt umziehen müssen. Die für das städtische Leben erforderliche Durchmischung der Bevölkerungsstruktur wird weiter zurückgehen.
Wer diesen Trend aufhalten will, muss handeln. Der Gesetzgeber muss die Anregung des Landes Berlin aufnehmen, die Wieder- und Neuvertragsmieten per Gesetz zu begrenzen. Gleichzeitig muss der Anreiz für den Bau neuer, vor allem preiswerter Wohnungen durch eine bessere direkte Förderung oder bessere steuerliche Abschreibungen angekurbelt werden.
Niemand kann sich zukünftig damit herausreden, er habe nichts gewusst. Die Fakten sind eindeutig. Schnelles und gezieltes Handeln ist gefordert. Jetzt!
Ihr Lukas Siebenkotten |
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