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Mieterzeitung Oktober 2009

Editorial

Transparenz gefordert

 

 

Kaum liegen die Heizkostenabrechnungen vor, konfrontieren die Mieterinnen und Mieter die Experten der Mietervereine immer wieder mit der gleichen Frage: So viel kann ich unmöglich verbraucht haben? Sehr häufig heißt die Antwort dann: Doch!

 

Spätestens jetzt beginnen viele Mieterinnen und Mieter nachzufragen, woher denn ihr hoher Energieverbrauch kommt. Verschleudern sie durch eigenes Fehlverhalten teure Energie? Um dies zu bewerten, brauchen sie Hilfe und dazu die richtigen Daten.

 

Der Deutsche Mieterbund hat sich deshalb in den vergangenen Jahren immer wieder dafür eingesetzt, geeignete Instrumente zu schaffen, um den Mieterinnen und Mietern den notwendigen Durchblick bei den Wohnkosten zu verschaffen. In Zusammenarbeit mit Dritten wurden so in den vergangenen Jahren der Betriebskostenspiegel und der Heizspiegel erstellt und als verlässliche Instrumente eingeführt. Beide Datenwerke erscheinen jährlich.

 

Der Heizspiegel 2009, der jetzt rechtzeitig zur Beurteilung der Heizkostenabrechnungen aus dem Jahr 2008 vorliegt, zeigt, wie der Verbrauch einzuschätzen ist. Mieterinnen und Mieter haben es dann selbst in der Hand herauszufinden, ob der Energieverbrauch beim Heizen optimal ist oder ob er völlig aus dem Ruder läuft.

 

Der Hauptgrund für einen erhöhten oder zu hohen Energieverbrauch ist meist der energetische Zustand des Wohngebäudes: Schlechte Wärmedämmung, veraltete Heiztechnik mit geringer Energieeffizienz. Dann kann nur der Vermieter Abhilfe schaffen, indem er das Gebäude energetisch saniert. Verpflichtet dazu ist er aber nicht.

 

Wer umzieht, ist da schon besser dran. Wohnungssuchende können den zukünftigen Energieverbrauch ihrer neuen Wohnung über den sogenannten Energieausweis abchecken. Anhand einer Farbskala von grün bis rot können sie den Energieverbrauch der neuen Wohnung ermitteln. Sie können dann entscheiden, ob sie die Wohnung unter den gegebenen Bedingungen anmieten wollen. Die Vorlage des Energieausweises ist bei jeder Neuvermietung Pflicht. Auch dafür hat sich der Mieterbund jahrelang eingesetzt.

 

Liebe Mieterin, lieber Mieter, machen Sie von den bestehenden Möglichkeiten Gebrauch! Überprüfen Sie, wo Sie mit Ihrem Energieverbrauch stehen. Diese Ausgabe der MieterZeitung beschreibt die wichtigsten Instrumente. Die Energiekosten werden in den nächsten Jahren weiter steigen und damit die Wohnkosten insgesamt.

 

Prüfen Sie auch Ihr eigenes Verhalten. Gehen Sie sparsam mit der Energie um? In dieser Ausgabe der MieterZeitung geben wir Ihnen einige konkrete Tipps, wie Sie in Ihrem Haushalt Strom sparen und wie Sie Ihren Heizenergieverbrauch senken können.

 

Ihr

Lukas Siebenkotten

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