Abschied
Mit dieser Ausgabe nehme ich Abschied als Chefredakteur der MieterZeitung. Lukas Siebenkotten, der neue Direktor des Deutschen Mieterbundes, hat diese Aufgabe übernommen.
Mein erstes Editorial schrieb ich für die August-Ausgabe der MieterZeitung im Jahr 1995. Dies ist nun mein 80. und letztes Editorial als Chefredakteur dieser Zeitung.
Die Jahre als Chefredakteur der MieterZeitung und als Direktor des Deutschen Mieterbundes waren eine bewegte Zeit. Ein Höhepunkt war ohne Zweifel die Einführung des neuen sozialen Mietrechts im September 2001. An dessen Zustandekommen mitarbeiten zu dürfen, war mir als Jurist ein besonderes Anliegen. Die MieterZeitung hat regelmäßig und ausführlich über den jeweiligen Stand des Gesetzgebungsverfahrens, die Verabschiedung des Gesetzes und die vielen kleinen und großen Probleme, die sich aus dem Gesetz ergaben und die zum Teil berichtigt wurden, ausführlich berichtet.
Insgesamt haben sich die Aufgaben des Deutschen Mieterbundes und damit die Topthemen in der MieterZeitung in den letzten Jahren erheblich verändert. Am Anfang meiner Tätigkeit stand die Wohnungsversorgung im Mittelpunkt. In der Folgezeit ging es immer mehr um Fragen der Qualität des Wohnens. In der jüngsten Vergangenheit ist der Gedanke notwendiger integrativer Ansätze in den Mittelpunkt gerückt. Wohnungspolitik muss verzahnt werden mit Bildungspolitik, mit Wirtschaftspolitik, mit Arbeitsmarktpolitik und mit der Armutsbekämpfung, vor allem aber mit der Stadtentwicklungspolitik.
Heute ist die Energiefrage ein dominierendes Thema. Dies schlägt sich auch in der Berichterstattung der MieterZeitung nieder. Manchmal habe ich den Eindruck, in der Lobbyarbeit zu einem Energiepolitiker geworden zu sein.
Als Präsident des Deutschen Mieterbundes richte ich meinen Blick nach vorne. Meinem Nachfolger Lukas Siebenkotten als Bundesdirektor wünsche ich viel Erfolg. Lukas Siebenkotten ist wie ich Jurist. Er war wie ich Bürgermeister einer Mittelstadt. Kennengelernt haben wir uns in der gemeinsamen hochschulpolitischen Arbeit. Ich bin überzeugt, dass er mit Herz und Verstand die Aufgabe des Bundesdirektors und des Chefredakteurs der MieterZeitung wahrnehmen wird.
Das Amt des Bundesdirektors habe ich mit viel Freude und großem Engagement – und auch Erfolg – ausgeübt. Ich habe mich stets bemüht, in unserer Lobbyarbeit nicht einseitig Gruppeninteressen zu vertreten, sondern das Gemeinwohl im Auge zu behalten.
So werde ich es auch in Zukunft halten: Als Präsident werde ich mich nicht aus der aktiven politischen Arbeit zurückziehen, sondern will an vorderster Front weiter für die Interessen der Mieterinnen und Mieter einstehen.
Ihr
Dr. Franz-Georg Rips