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Presse |
Wohnkosten und Energiepreise
2005 mussten Mieter für ihre Wohnung durchschnittlich 2,9 Prozent mehr zahlen als im Vorjahr. Das ist mit Ausnahme der Jahre 2000 / 2001 die höchste Steigerungsrate der letzten 10 Jahre. Gegenüber den Vorjahren 2004 und 2003 (jeweils 1,5 Prozent) hat sich die Steigerungsrate für die Warmmiete nahezu verdoppelt. Dabei verläuft die reine Mietpreisentwicklung wie schon in den Vorjahren relativ moderat. Grundmieten oder auch Bruttokaltmieten weisen eine Steigerungsrate von jeweils 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf. Sorgen bereiten dem Deutschen Mieterbund hier vielfach so genannte Modernisierungs-Mieterhöhungen, die Mieten gerade in nachfragestarken Städten, wie zum Beispiel München, noch über die Grenzen der ortsüblichen Vergleichsmiete hinaus treiben. „Modernisierungen müssen ihr Geld wert sein“, forderte Rips. „Wenn mehr Miete für eine Energie sparende Baumaßnahme gezahlt werden soll, dann muss es für den Mieter auf der anderen Seite aber auch zu spürbaren Einsparungen bei den Energie- und Heizkosten kommen.“ Kostenexplosion bei Öl und Gas Hauptverantwortlich für die steigenden Wohnkosten sind die im letzten Jahr drastisch gestiegenen Energiepreise. Bei den Gaspreisen liegt der Preisanstieg im Jahresdurchschnitt 2005 bei 10,4 Prozent, gegenüber 1,0 Prozent im Vorjahr. Die Ölpreise liegen im Jahresdurchschnitt sogar rund 32 Prozent über denen des Jahres 2004, obwohl sie schon damals um 11,4 Prozent über den Zahlen von 2003 lagen. Angesichts der explodierenden Energiekosten reicht es nicht aus, Verbraucher zu sparsamem Heizverhalten aufzurufen oder auf Preissenkungen der Energieversorger oder Produzenten zu hoffen. „Wir brauchen spürbare Anreize und Fördermaßnahmen zu Energieeinsparungen und Modernisierungen im Wohnungsbestand“, erklärte Rips. „Deshalb begrüßen wir auch das von der Bundesregierung beschlossene Gebäudesanierungsprogramm, mit dem jährlich rund 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werde, um Energiesparmaßnahmen und Wärmedämmungen umzusetzen. Rips forderte die Bundesregierung auf, jetzt kurzfristig die Energieeinsparverordnung vorzulegen, damit der bedarfsorientierte Energieausweis bis zum Sommer 2006 eingeführt werden kann. Außerdem forderte der Direktor des Deutschen Mieterbundes: Den Energieversorgern muss bei ihrer Preispolitik genauer auf die Finger oder in die Kalkulation geschaut werden. Die kartellrechtlichen Überprüfungen müssen verstärkt und verbessert werden. Preis- und Tariferhöhungen dürfen von den zuständigen Ministerien und Behörden nicht „durchgewunken“ werden. Die gestrige Entscheidung des Bundeskartellamtes gegenüber E.ON Ruhrgas zu deren Langzeitverträgen ist wichtig und zeigt in die richtige Richtung. Der Druck auf die Energieversorger muss aufrechterhalten werden. Die bisherigen Verbraucherproteste gegen die einseitigen Preiserhöhungen, insbesondere der Gasversorger, wie Nichtzahlung der Preiserhöhung oder Zahlung nur unter Vorbehalt, haben dazu geführt, dass die Versorger ihre Kalkulationen vor Gericht offen legen müssen. Hier wird dann das letzte Wort gesprochen. Die Wettbewerbsbedingungen auf dem Energiemarkt müssen verbessert werden. |
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